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Ristorante Immortale oder: vom provisorischen Leben

 

Zum Stück:

 

Da ist zum einen der junge unbedarfte Anfänger, der mit Osterglocken in der Hand eine neue Zeit einläuten möchte und schnell lernt, sich anzupassen. Dann der ebenso eitle wie ehrgeizige Oberkellner der davon träumt, den Laden zu übernehmen, immer im Mittelpunkt stehen möchte und ständig über das Ziel hinausschießt. Der Chef trägt wacker die Verantwortung und hofft beständig, daß es mit dem Betrieb schon irgendwie weitergeht, obwohl alle Anzeichen dagegen sprechen. Und der alte Ober, schon fast Teil des Inventars, der schon lange in Pension gehen sollte und den nur seine Bequemlichkeit an diesem gottverlassenen Ort hält. Dazu kommt die dicke fette Köchin, die wie eine Botschafterin zu einer anderen Welt hinter der Durchreiche in der Küche lebt. Da ist sie selbst ihr eigener Gast und es bleibt ihr viel Zeit Musik auf ihrem Akkordeon zu machen. So bereitet sie ganz nebenbei ein erlesenes musikalisches Menü. So wie sich die Tage scheinbar im Kreise drehen, geht es den Personen auch. In einer Welt, in der sich das Leben nur noch um sich selbst dreht, entsteht ein phantastisches Labyrinth von Beziehungen, Ängsten und Wünschen. Das Restaurant ist das Schicksal jedes einzelnen, sein Traum, seine Erinnerung, ja sein Selbst.

 

 

Im März 1998 kommt die Produktion "Ristorante Immortale - oder: vom provisorischen Leben" im Maschinenhaus Essen zur Premiere. Ein verödetes Restaurant wird zum Schauplatz einer ebenso tragischen wie komischen Allegorie über die Merkwürdigkeiten des menschlichen Daseins.
Nach einer Tournee im Ruhrgebiet, Bremen und auf internationalen Festivals in der Schweiz und Frankreich gastiert das Stück für drei Wochen in Berlin.
Die "Welt" urteilt: "Grandioses Clowntheater zwischen sprühendem Witz und bodenloser Traurigkeit", "Ein Stück, das die steinerne Unbeweglichkeit eines Buster Keaton mit der quirligen Albernheit eines Jacques Tati verbindet. Ein Feuerwerk besten Slapsticks" (Der Tagesspiegel).
Auf Einladung des Kulturministeriums folgt eine Spanien-Tournee, der sich zahlreiche Gastspiele in ganz Europa anschließen: Deutschland, Schweiz, Italien, Österreich, Frankreich, Griechenland, Irland und Schottland.
2001 gastiert das RISTORANTE zum ersten Mal mit überwältigendem Erfolg beim Fringe Festival in Edinburgh. Einladungen in die ganze Welt sind die Folge. Parallel zu den internationalen Gastspielen wird eine neue Besetzung in Berlin eingearbeitet, die nach ihrer Premiere in Berlin zu einer Australien-Tour aufbricht.

 


Ein Stück von: Paco Gonzalez, Björn Leese, Hajo Schüler, Ilka Vierkant, Michael Vogel
mit: Marianne Cornil / Ilka Vierkant, Stefan Ferencz / Hajo Schüler, Paul Kustermann / Michael Vogel, Stefan Lochau / Paco Gonzalez, Dana Schmidt / Björn Leese


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